lakaien_palaceWie kann man so eine Band nur in der prallen Nachmittagssonne auftreten lassen, liebes M’era Luna? Klarer Fall von komplett falscher Timetableplanung. Dieses Duo gehört in die Dunkelheit wie die „Musik“ von Miley Cyrus in den Mülleimer. Was auch das zehnte Studioalbum wieder prächtigst beweist.

Wie jetzt, erst das zehnte Studioalbum? Aber die Herren Horn und Veljanov sind doch schon seit 1986 aktiv, oder? Ja, aber die sind halt gründlich. Und das hat sich bisher ausgezahlt, denn von den zehn Alben kann man gut und gerne sieben bis acht als großartig bezeichnen. Was „Crystal Palace“ definitiv einschließt.

Vier Jahre nach dem letzten Album, dem überzeugenden „Indicator“, hat man sich dieses Mal entschlossen, das Album nach langer Zeit (ca. 18 Jahre) mal wieder allein zu zweit aufzunehmen und zu produzieren. Mit einem musikalischen Tausendsassa wie Ernst Horn ist das ja auch kein Problem, und klangliche Armut ist auch nicht im Geringsten festzustellen.

Im Gegenteil, gleich der Auftakt „Nevermore“ bringt die ganze Bandbreite der Lakaien zum Vorschein. Von industriellen Sounds zu Beginn über die von Veljanovs unverändert grandioser Stimme getragene Melodie bis hin zum kraftvollen Finale. Und das überragende „Farewell“ steigert den Eindruck im Anschluss mit einem fantastischen Ohrwurm-Refrain noch.


Weil das Duo sich auch mit Dramaturgie auskennt, nimmt es dann erstmal kurz das Tempo heraus und streut eine entspannte Fingerübung ein. Nur um mit dem zackigen „The Ride“ einen richtig flotten Feger mit hübsch schrägen Sounds nachzulegen. Dem wiederum mit „Where The Wind Blows“ eine typische Lakaien-Ballade folgt. Beim Titelsong verbindet Horn dann wie selbstverständlich mittelalterliche Instrumente mit Weltraumsounds.

Und so ziehen sich die Stimmungswechsel durch das gesamte Album, wechselt man gekonnt zwischen perfekten Harmonien und widerspenstigen Sounds, donnert kurz vor Schluss mit „Those Hills“ nochmal mit mächtigen Maschinen durch den Keller und hat letztendlich erneut den Nachweis einer ganz eigenen Klasse erbracht.

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P.S. Deine Lakaien auf Tour:
26.09.2014 DE – Hamburg (Grosse Freiheit)
27.09.2014 DE – Dresden (Alter Schlachthof)
28.09.2014 AT – Wien (Szene)

29.09.2014 DE – München (Theaterfabrik)
01.10.2014 DE – Frankfurt (Batschkapp)
02.10.2014 DE – Stuttgart (Filharmonie)
03.10.2014 DE – Freiburg (Jazzhaus)

04.10.2014 DE – Köln (Live Music Hall)

05.10.2014 DE – Berlin (Huxleys)
26.11.2014 CH – Zürich (Xtra)

27.11.2014 DE – Saarbrücken (Garage)

29.11.2014 DE – Nürnberg (Löwensaal)

www.deine-lakaien.com
www.facebook.com/DeineLakaien

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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4
Kommentare

  1. XXX
    3
    31.8.2014 - 9:37 Uhr

    Einfach fantastisch
    5.10.14

  2. zaehlwerk
    2
    31.8.2014 - 1:18 Uhr

    Bei Unseren Lakaien kann man immer Qualität erwarten, so auch beim neuen Album Crystal Palace.

    Und ja, leider mussten sie die letzten Male immer am hellichten Tag spielen. Am 5.10. gibt es aber dann sicher einen abgedunkelten Raum :)

  3. Vampirjäger
    1
    30.8.2014 - 22:19 Uhr

    Es gab damals Violator und es gab Dark Star! Seit dem darf nichts in meiner Sammlung fehlen: / 28.11.14 Dortmund? Ja oder Nein??

    • emvau
      1.1
      8.9.2014 - 12:43 Uhr

      Die Frage lautet ja oder ja? :-D