Wer schon auf mehreren der nicht nur von uns stets hoch gelobten Kitsuné-Sampler vertreten war, auf dessen Debütalbum darf man durchaus gespannt sein. Und auch im Falle von David E. Sugar wird man nicht enttäuscht, sondern erhält eine interessante Mixtur aus clubtauglicher Elektronik und echtem Instrumenteneinsatz.

Zunächst einmal: Wer geschulten, „richtig“ klingenden Gesang braucht, darf sofort weiterschalten. Mr. Sugar hat damit nicht viel am Hut, stattdessen singt er immer eine Spur windschief und mit dieser nebensächlichen Nöligkeit, wie sie (fast) nur Briten beherrschen. Ein weiteres hervorstechendes Stilmerkmal sind die markanten Bassläufe, mit denen die Songs hier grundiert werden. Die sind alles andere als ein „Party Killer“, womit wir bei der Single wären, die von so manchem guten Radio-DJ in diesem Jahr ziemlich häufig aufgelegt wurde.

Obwohl Sugar aus der sogenannten „Chiptune“-Szene kommt – nein, nichts mit Herumschrauben an Autos, auf dass schlichte Männer sich einmal im Leben cool vorkommen, hier sind Computer- und Konsolenspielesounds gemeint – ist davon auf diesem Album nicht so viel zu hören. Sugar vertraut lieber auf den erwähnten Basseinsatz, immer wieder auch auf die gute, alte Gitarre und drumherum baut er die Beats und Sounds aus Laptop und Computer.

Das klingt dann durchaus mitunter ein bisschen nach LCD Soundsystem mit einem Jamie T in Nuschellaune am Mikrofon, wenn auch alles nicht so raffiniert ist wie bei James Murphys Vorzeigeprojekt. Der eine oder andere Track plätschert auch mal ein wenig dahin, okay, aber die meisten Stücke haben dann doch ihre Aha-Momente. Wie die Electrosounds in „Fleamarket“ mit der Gitarre harmonieren zum Beispiel. Oder das melodische „Although You May Laugh“ beweist, dass Sugar doch richtig singen kann. Wie das clubtaugliche „Chelsea Girls“ an Calvin Harris erinnert. Oder „Keep It Simple“ alles eben ganz einfach hält.

Es lässt sich also festhalten: Auch David E. Sugar kann sich in die stattliche Reihe gelungener Debüts dieses Jahres einreihen. Nicht ganz vorne, aber gut sichtbar.

(Addison)


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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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