clark_totems Das Label, das Intelligent Dance Music erfunden hat – Warp natürlich – lässt das neue Album von Clark auf die Menschheit los. Auf „Totems Flare“ wird ein avantgardistisch-experimenteller Wirbelsturm an elektronischem Wahnsinn entfacht, der einem ganz schön die Synapsen verknotet.

Dieses ist bereits das fünfte Album von Cris Clark. Seit „Clarence Park“, Anfang dieses Jahrtausends, gehört er zur innovativen Speerspitze seines Labels, das ja zahlreiche Querdenker wie Aphex Twin, Battles oder !!! versammelt. Mit „Totems Flare“ schließt der mittlerweile in Berlin lebende Brite nun nach eigenem Bekunden eine Albumtrilogie ab (nach dem verspielten „Body Riddle“ und dem harten „Turning Dragon“). Er hätte noch genug Material für die nächste Zeit übrig, ist aber gleichzeitig schon wieder am Entwickeln völlig neuer Ansätze.

Wie soll man diese Musik nun aber beschreiben? Schwierig, wirklich schwierig, denn sie ist in der Tat sehr speziell. Laut ihrem Schöpfer ist sie durchaus auf „normalen“ Instrumenten wie Gitarre, Piano und Schlagzeug aufgebaut, diese wurden jedoch mit den unterschiedlichsten Mitteln dermaßen zerlegt, dass man sie nur hier und da durchschimmern sieht. Ansonsten knattert der bestens ausgestattete Maschinenfuhrpark mit einem bombastischen Sound durch eine düstere Anderswelt, dass Erinnerungen an alte Science-Fiction-Klassiker aufscheinen.

Immer wieder, wenn man glaubt, eine Struktur ausgemacht zu haben, löst diese sich in einem neuen Sound- oder Beatkonstrukt auf. Dabei ist Clark das Kunststück gelungen, die Musik an sich trotz des ganzen Experimentierens im Grunde eingängig zu halten. Kurz vorm Verzweifeln fängt einen stets ein kleiner Melodiefetzen, eine eingängige Hookline ein.

Das Album steht als Gesamtes für sich, einzelne Tracks lassen sich kaum loslösen oder erfassen (wer in diesen iTunes-Zeiten trotzdem einzelne Hörtipps möchte, mag sich an „Growls Garden“, „Rainbow Voodoo“ oder „Future Daniel“ versuchen). Man sollte sich einfach etwas Zeit nehmen, es lohnt sich!

(Addison)

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http://www.myspace.com/throttleclark

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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Kommentar

  1. Peter
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    28.9.2009 - 14:20 Uhr

    Grandioses Album! Kopfhörer- oder fette Anlagenmusik, wer Aphex Twin mag, sollte sich dies hier nicht entgehen lassen!