Bryan Ferry, ehemaliger und temporär immer wieder mal Frontmann von Roxy Music, erfolgreicher Solokünstler und ein Stück weit Visionär in Sachen Popmusik, meldet sich mit seinem 13. Soloalbum „Olympia“ zurück. Dass musikalische Vision auch mit einem Blick in die Vergangenheit verbunden sein können, wird auf „Olympia“ ziemlich deutlich. Einen maßgeblichen Anteil an diesen Blick zurück, dürfte unter anderem der Beteiligung seiner alten Weggefährten von Roxy Music zuzuschreiben sein.

Die Liste der Gastmusiker, die dieses Album begleitet haben, liest sich wie das Who-Is-Who der internationalen Musikszene: Mani und Flea (Red Hot Chili Peppers), David Gilmour (Pink Floyd), Dave Steward (Eurythmics), Jonny Greenwood (Radiohead), die Scissor Sisters und Groove Armada sind nur einige der Protagonisten, die diesem Album seine Seele eingehaucht haben.
Für viele Roxy Music Fans dürfte allerdings Kernpunkt dieser Platte die neuerliche Zusammenarbeit der alten Bandmates Bryan Ferry, Brian Eno, Andy MacKay und Phil Manzanera sein. Sieht man mal von den diversen Live Alben ab die in den letzten Jahren von Roxy Music erschienen sind, gibt es hier erstmals seit 1982 neue Songs in alter Besetzung, auch wenn es sich dabei „nur“ um eine reines Bryan Ferry Album handelt.

Große Namen, viel Pathos und Gefühl machen „Olympia“ aus, lassen aber auch einige Längen aufkommen.
Die im Frühjahr zusammen mit DJ Hell veröffentlichte Single „U Can Dance“ zeigte Ferry seit langer Zeit von einer modern beeinflussten Seite, die den Briten direkt zurück in die Clubs katapultierte. Trotz dieses absolut fabulösen Smashers, sollte man auf „Olympia“ keine Welthits à la „Kiss and Tell“, „Slave To Love“ oder „Don’t Stop The Dance“ erwarten.
Balladen wie „Me Oh My„, „Reason Or Rhythme“ oder „Tender Is The Night“ dominieren über weite Strecken das Album und lassen nur hin und wieder etwas mehr ‚Drive‘ zu, der Dank potentieller Singles wie „Alphaville“ und „Heartache By Numbers„, aber auch durch die rockige Albumversion von „You Can Dance“ für Abwechslung sorgt.

Neben acht neuen Songs, gibt es mit „Song To The Siren“ und „No Face, No Name, No Number“ zwei gelungene Coverversionen, die sich nahtlos in das Gesamtgefüge einpassen.

Olympia“ bietet durchaus große Momente und funktioniert als Gesamtwerk, lässt aber leider prägnante Hits vermissen, die Bryan Ferry in den vergangenen 40 Jahren zu einer Stilikone hat werden lassen.

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