BOY - Mutual Friends Cover_800

„This is the beginning of anything you want“. So kann man schon mal in ein Debütalbum starten. Wenn alles, was der Hörer will, in dem Moment ist, sich in ein angenehmes und kuschelig warmes akustisches Bettchen fallen zu lassen, dann verspricht dieses wunderbar eingängige Popalbum nicht zu viel.

Die zwei jungen Damen, die sich unter diesem zugegeben nicht besonders originellen Bandnamen zusammengefunden haben, heißen Valeska Steiner und Sonja Glass. Eine aus Zürich Hergezogene und eine Hamburgerin, wobei die Aufnahmen (unterstützt von Multiinstrumentalist Philipp Steinke und, auf ein paar Stücken, Phoenix-Schlagzeuger Thomas Hedlund) größtenteils in Berlin stattfanden.

Die Musik des Duos ist recht schnell beschrieben. Sanfte Popmelodien, meist getragen von Piano bzw. Keyboard oder der einen oder anderen Gitarre (Cello und weitere Kleinigkeiten verfeinern die Mixtur) – doch die wesentlichen Akzente setzen a) die eingängigen Melodien und b) Valeska Steiners ausgezeichnete, vielschichtige Stimme. Das Ganze wurde unaufdringlich produziert, zum Glück ohne es mit zu viel Schmalz oder Power zu zerstören.

Einen unbestreitbaren Hit stellt dabei die Vorabsingle „Little Numbers“ dar. Flottes Piano, Handclaps, eine schmissige Melodie und eine Prise Euphorie, das Stück hat alles und ragt – auch weil es einer der temporeichsten Songs ist – heraus. Doch das Album bietet noch so einige weitere Highlights. Den beiden gelingt es dabei immer wieder, melancholische Momente einzubauen, ohne dass die positive Grundstimmung leiden würde.

Wie im Abschiedssong „Drive Darling“, der sich im rechten Moment kraftvoll steigert. Oder bei „Waltz For Pony“ mit seinem schönen Cello. Die Detailarbeit lässt sich in den Songs an verschiedensten durchdachten Kleinigkeiten festmachen. Wie z.B. in „Railway“ zunehmend elektronische Sounds durchs Zugabteil schwirren. Oder wie Steiner in „Boris“ plötzlich eine leicht aggressive Stimmfarbe ausfährt. Oder „Skin“ mit angeschrägten Sounds überrascht.

Kurzum, ein starkes Debüt! Und wenn man die Ticketvorverkaufszahlen und den gelungenen Charteinstieg betrachtet, scheint dem Grönland-Label mit BOY in diesem Jahr nach Susanne Sundfør bereits der zweite große Wurf gelungen zu sein. Glückwunsch und weiter so!

(Addison)

P.S. Das Album gibt’s auch als Limited Edition (mit Bonus-Akustik-CD). Außerdem sind BOY den ganzen Oktober auf Tour, die Daten findet ihr u.a. auf ihrer Webseite.

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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