Fünf Jahre nach der offiziellen Auflösung der Blind Passengers meldet sich Nik Page nun völlig überraschend als blinder Passagier zurück. Auch wenn sein langjähriger Weggefährte und Mitbegründer Rayner Schirner zu einem vollwertigen Comeback nicht bewegt werden konnte, liefert Nik Page mit Hilfe von u.a. Joke Jay (Ex- And One) oder Gary Wagner (dance Or Die) hier ein respektables ‚Comeback‘ ab, das den Hörer auf eine Reise zu den synthetischen Ursprüngen des ehemaligen Duos mitnimmt.

In den 90er Jahren zählten die Blind Passengers zu den erfolgreichsten deutschen Synthiepoppern und lieferten regelmäßig frisches und innovatives Futter für die Clubs. Zum Ende des Jahrzehnts wandte man sich dann jedoch mehr und mehr den Saitenklängen und somit einem wesentlich rockigeren Sound zu.
Im Jahr 2010 scheint nun Vieles anders: Der Name der Band wurde um einen Buchstaben reduziert und Nik Page hat die Gitarren (zumindest überwiegend) wieder gegen den guten alten Synthesizer eingetauscht, um auf „Next Flight To Planet Earth“ die Reise zu seinen musikalischen Ursprüngen anzutreten.

Next stop: Synthiepop!
Der Einstieg in den neuen Silberling wird dem geneigten Fan dank des fabelhaften Ohrwurms „Don’t Drag Me Down“ extrem einfach gemacht. War der Song auf dem ersten Soloalbum von Nik Page noch stark von Gitarren geprägt und fristete ein tristes Albumtrack-Dasein, erblüht er in seiner von Page und Joke Jay synthetisierten 2010er Version zu einem prädestinierten Clubhit. Da stört auch eine gewisse Soundaffinität zu älteren And One Produktionen nicht weiter – im Gegenteil! Ein großartiger Song.
Zu Ehren kommt auch der 92er Blind Passengers Hit „Small Town Nights„, der einer Frischzellenkur unterzogen wurde und einen knackigeren und dennoch authentischen Sound verpasst bekommen hat.
Grundlegender durch den Mischer gedreht wurde hingegen „Sincity“ vom 2004er Nik Page Soloalbum ‚Sinmachine‘. Die krachenden Gitarren des Originals weichen hier einem wuchtigen Synthiesound mit tanzbarer Rhythmik. Ähnlich stampfend zeigen sich auch neue Songs wie „Alien„, „Electropop“ und das technoidere „Last Call For Planed Earth„.
Dass Nik Page auch im Jahr 2010 perfekte Synthieperlen schreiben kann, beweist er hingegen auf eindrucksvolle Art mit der Ballade „Heart Of A Sun“ und dem verspielten „Neverland„. Ohrwurmalarm!
Zum Ende des Albums werden dann doch nochmal die Gitarren ausgepackt und deutlich rauere Töne angeschlagen. Fight überrascht dabei nicht nur mit seinem kantigeren Sound, sondern auch mit Gastsänger Gary Wagner, der hier im Duett mit Nik Page singt.

Next Flight To Planet Earth“ ist nicht nur eine Reise zu den Anfängen des Blind Passenger Nik Page, sondern im gewissen Rahmen auch ein Abriss seines musikalischen Schaffens. Alt und Neu harmonieren hier wunderbar und erschaffen ein abwechslungsreiches und leicht retrolastiges Electropop-Album. Tipp!

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Kommentare

  1. Frank
    2
    20.9.2010 - 13:36 Uhr

    Ich kann mich dem Rezensator nur anschließen. Endlich mal wieder ein Klasse-Album dass zeigt dass Synthie-Pop nicht tod ist!!!

  2. The Fan
    1
    20.9.2010 - 13:16 Uhr

    Schön mal wieder was von Joke Jay zu hören, seit seinem Soloalbum sind ja nun schon einige Jahre vergangen.

    Grüße,
    ein Fan