Nachdem Blank & Jones mit ihrer „So8os“ Compilation ausgiebig in den 80ern gewildert und damit wiederum eine Vielzahl an musikalischen Perlen digital verfügbar gemacht haben, geht es nun ein Jahrzehnt weiter. Das Konzept von „So9os“ weicht dabei leicht von der „So8os“ Variante ab, wo man sich vornehmlich auf rare Extended- und Maxi-Versionen konzentrierte. Bei „So9os“ steht hingegen der einzelne Song im Mittelpunkt, wobei die Wahl der jeweiligen Version beliebig und passend zum Sampler erfolgte.

Wie schon bei der beliebten und überaus erfolgreichen 80er Compilation, erscheint auch „So9os“ als 3CD Box, wobei CD1 einen knapp 77minütigen Megamix bereithält. Auf den beiden anderen Silberlingen finden sich neben den 19 Songs von CD1, weitere 19 Tracks in den unterschiedlichsten Versionen. Wer nun allerdings eine Zusammenstellung von Eurodance und Techno erwartet liegt falsch. Der Fokus dieser Compilation liegt ganz klar auf der Popmusik.
Blank & Jones haben bewusst die dominante Eurodance- und Technozeit der 90er auf ein Minimum reduziert und sich auf klassische Popsongs konzentriert. Dass es letztendlich dann doch nicht ganz ohne Dance abgeht, wird spätestens mit Beiträgen von Kosheen, Felix und Baby D hörbar. Neben diesen dezenten Ausflügen in die damalige Clublandschaft, finden sich aber auch alte Bekannte aus den 80ern auf dieser Zusammenstellung wieder. Da wären z.B. Duran Duran, New Order, Simply Red oder Electronic, einer Band die von Bernard Sumner Ende der 80er zusammen mit Johnny Marr gegründet wurde und die sich u.a. gesangliche Unterstützung von Neil Tennant ( Pet Shop Boys ) holte.

Einen ersten Überblick über die Vielschichtigkeit von „So9os“ bietet bereits der DJ-Mix auf CD1, wo die Entwicklung der Popmusik in und auch aus den verschiedenen Genres im Zeitraffer dokumentiert wird. Vergleicht man beispielsweise den unbeschwerten, gradlinigen Pop von P.M. Dawn zu Beginn mit Olive’sYou’re Not Alone“ am Ende der CD, wird die Weiterentwicklung überdeutlich. Die zu Beginn der 90er Jahre vorhandenen Genregrenzen sind im Verlauf der 90er aufgeweicht und haben damit das musikalische Spektrum der kommerziellen Popmusik deutlich erweitert.

Die Zusammenstellung des Samplers bildet einen gesunden Querschnitt der verschiedenen Etappen der 90er ab, wobei auch Künstler wie Pulp, The Lightning Seeds oder Jovanotti ihren Weg auf diese Compilation gefunden haben. Ob das eher glücklich oder nicht ist, liegt dabei im Ohr des Hörers. Der Vielfalt von So9os sind solche Ausflüge letztendlich aber nicht abdienlich, denn hier soll eine authentische Reflektion der Popmusik der 90er Jahre geschaffen werden und genau das haben Piet und Jaspa hier geschafft.

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P.s.: Für alle Fans der 80er sei an dieser Stelle erwähnt, dass die beiden Produzenten aktuell schon am nächsten Teil von „So8os“ basteln.

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Kommentare

  1. 3
    5.3.2012 - 0:14 Uhr

    Das finde ich sehr gut und hätte ich auch nicht wirklich für möglich gehalten, aber warum berichtet ihr so überdurchschnittlich viel über B&J?

  2. ronny
    2
    5.3.2012 - 0:03 Uhr

    Um deiner Frage keiner Antwort schuldig zu bleiben:

    Die Plattenfirma zahlt nix für die Berichterstattung auf unserer Seite. Sowas gab es bei uns bisher nicht und wird es auch nie geben.

  3. 1
    4.3.2012 - 22:52 Uhr

    Was zahlt die Plattenfirma von Blank & Jones depechemode.de eigentlich, dass die Seite über jede ihrer gefühlt 100 Veröffentlichungen im Jahr berichtet? Das ist ja schon inflationär.

    Ich weiß, man muss ja nicht lesen, was einen nicht interessiert – aber wenn ich alle zwei Wochen über eine neue 80er/90er Compilation, Remastered, Best of oder Wiederveröffentlichung von B&J lese – dann ist das schon fast ein wenig viel des Guten.