batforlashes_suns Nach dem hervorragenden Album von Fever Ray schickt sich hier die nächste Dame an, den Hörer auf eine besondere Reise in andere Welten zu entführen. Auch hier gibt es wundervolle Klänge, eine faszinierende Stimme und ganz viel Atmosphäre.

So viel zu den Gemeinsamkeiten. Musikalisch weist das zweite Album der englisch-pakistanischen Künstlerin Natasha Khan ganz andere Verwandtschaften auf. Hier sollte man eher Namen wie Tori Amos, Kate Bush oder auch Björk erwähnen. Aber eigentlich schaffen Bat For Lashes ihr eigenes Universum, das sich zwischen ruhigen, folkigen Tönen und Disco vielseitig entfaltet.

Es ist mitunter eben doch für etwas gut, wenn Menschen Musik studieren. Natasha Khan beherrscht zahlreiche Instrumente, was in Form von u.a. Piano, Cembalo, Harmonium, Vibraphon, aber auch Gitarre und Synthesizern, den Weg auf das zweite Album – nach dem weltweit erfolgreichen und preisüberhäuften Debüt „Fur and Gold“ (2007) – findet. Verschiedene Gastmusiker ergänzen das volle und doch nicht überproduzierte Klangbild. Für große Teile der Produktion sind übrigens die (ebenfalls ausdrücklich empfehlenswerten) New Yorker von Yeasayer verantwortlich.

Two Suns“ ist auch als Gesamtes von Anfang bis Ende durchdacht aufgebaut. Ruhiger Auftakt, Entwicklung in alle möglichen Richtungen, ruhiges Ende. „Glass“ beginnt langsam, mit verwunschenem Gesang, steigert sich aber dank diverser Hintergrundgeräusche und v.a. starker, tribalartiger Drums. Die Methode des Sich-Aufbauens und allmählichen Steigerns bewährt sich später auch im wunderschönen „Siren Song“. Das hin und wieder aufkommende leichte Lagerfeuerfeeling wird gleich im zweiten Song „Sleep Alone“ durch einen flotten Rhythmus und eingestreute Synthesizerflächen aufgelockert. Man kann aber auch minimalistisch Gänsehaut erzeugen, wie die herzwärmende Pianoballade „Moon And Moon“ beweist. Oder man schüttelt einen elektronisch bestimmten und streicherveredelten Hit wie die Single „Daniel“ aus dem Ärmel. Ähnlich tanzbar geraten auch das Discostück „Pearl’s Dream“ und das Trommelfeuerwerk „Two Planets“. Doch den krönenden Schlusspunkt setzt ein kurzes Pianoduett mit dem großen Scott Walker („The Big Sleep“).

Bat For Lashes ist mit „Two Suns“ ein Klassealbum gelungen, das eine hochtalentierte Musikerin und Songwriterin zeigt und vermutlich am Jahresende in zahlreichen Bestenlisten Spitzenplätze belegen wird.

(Addison)

P.S. Bat For Lashes Live: 11.05. München – 12.05. Berlin – 14.05. Hamburg – 18.05. Köln

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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Kommentare

  1. donki
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    27.7.2009 - 2:51 Uhr

    Für mich neben SOTU bis jetzt das Album des Jahres.

  2. cade
    1
    8.5.2009 - 22:01 Uhr

    zu Recht gefeiert!