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Na, immerhin deutet der Bandname klar an, woher die Band kommt. Australien, Land der Beuteltiere und -jäger. Worin man sich aber täuschen kann, ist die Musik. Denn so ziemlich alle werden die Bag Raiders aufgrund ihres dank der Werbung für einen Telefonanbieter derzeit omnipräsenten Hits „Way Back Home“ kennen. So synthiepoppig ist das Album dann aber gar nicht. Aber trotzdem sehr gut.

Was nämlich nicht heißen soll, dass es sich hier um eines jener eigens für Werbezwecke künstlich zusammengecasteten Projekte handelte, das nun um die Single herum künstlich als Album aufgeblasen wurde. Nein, Jack Glass und Chris Stacey sind in ihrer Heimat schon seit Jahren schwer aktiv, touren sich den Allerwertesten ab und haben auch schon ein paar 12“ bzw. EPs veröffentlicht.

Gemeint war nur, dass „Way Back Home“ eigentlich ein recht untypisches Stück für den Stil der beiden ist. Die markanten Vocals stammen von Gastsänger Martin Salomon, und der Song ist ein so geradliniger Synthiepop-Knaller, wie man ihn nun in dieser Art nicht noch einmal auf dem Album findet. Nur ein paar kleine House-Elemente deuten an, dass da noch andere Wurzeln sein könnten.

Denn die Bag Raiders kommen eben eher aus der House-Ecke, und das ist ihrem Debütalbum ganz klar anzuhören. Einer überraschend homogenen Platte, die ein paar Hits und verschiedene Gastsänger bietet, die aber auch einige Stücke instrumental Stimmung schaffen lässt.

Signifikantes Beispiel mag da gleich der Opener „Castles In The Air“ sein, mit seinem typischen House-Piano und einem dynamischen Rhythmus. Während der große Hit ganz am Ende vor dem Hidden Track lauert – eben, um den Fluss nicht zu stören –, folgen nach dem Beginn durchaus weitere Singlekandidaten. Das discoide „Sunlight“ mit Gastsänger Dan Black (mehr zu dessen Album in Kürze bei uns) macht da eine ebenso gute Figur wie das 80er-getränkte „Shooting Stars“ mit Rhys Taylor am Mikro oder später das satte „Not Over“ (mit Simon Jones).

Die Bag Raiders geben sich aber auch gerne mal dem Funk hin („So Demanding“) oder lassen einfach an den Keyboards ihre Pferde durchgehen. Insgesamt ergibt sich so ein wirklich gelungenes Debüt, nur eben anders, als mancher das erwartet hätte.

(Addison)

P.S. Live beim Melt!


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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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Kommentar

  1. Sprinter96
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    14.7.2011 - 21:02 Uhr

    V..afo.e machts möglich: Erst Empire Of The Sun und jetzt Bag Raiders.
    Das Album von EOTS hat übrigens viel mehr zu bieten, als das durch Radioplay überstrapazierte „We Are The People“
    Schau`mer ma`, ob Bag Raiders genau so viel Substanz aufweisen können, wie DIE Entdeckung des letzen Jahres. Zuerst habe ich das EOTS- Album nur als Download, aber später als CD gekauft.
    Wenn das Musik-Marketing so funktioniert, hamse doch alles richtig gemacht.
    „Way Back Home“ finde ich ziemlich gut!