autokratz_beginners

Zweites Album, neue musikalische Richtung. Das kann schiefgehen, aber auch neue Anhänger erschließen. In unserem Falle Letzteres. Das Mehr an Melodie, das Weniger an plattem Herumgebollere – das gefällt. Und der Gastauftritt von Peter Hook und seinem patentierten Joy-Division-New-Order-Bass setzen dem Ganzen dann die Krone auf.

Okay, David Cox und Russell Crank waren auch schon auf „Animal“ auf dem Gebiet elektronischer Popmusik unterwegs. Aber dort reichte es dann doch nur für ein paar ordentliche Singles und ansonsten viel Gebratze zwischen Elektro seinen diversen Clashes. Die Selbsthilfe, die der Nachfolger anbietet, wirkt insgesamt durchdachter und hat einfach mehr gute Songs.

Das Album startet gleich mit den wohl eingängigsten Stücken. Track 1, Single Nr. 1 – „Opposite Of Love“. Ja, Fischerspooner sind nicht fern. Geradlinig, fast schon glatt, aber eben sehr eingängig. Dann Track 2, Single Nr. 2 – „Becoming The Wraith“. Peter Hook fackelt nicht lange, holt eine bewährte Basslinie aus der Schublade und autoKratz gleichen auch Sound und Gesang weitgehend dem Stil New Orders an. Da die Nummer aber so gut gemacht ist, freut man sich trotzdem.

Auch auf den nächsten Stücken bleibt es poppig und äußerst tanzbar, erst auf dem fünften Stück („The Seventh Seal“) kommt erstmals die alte Aggressivität zum Vorschein. Dann aber richtig, der Track ist düster, bedrohlich und eine dann auch willkommene Abwechslung. Mit dem heftigen Dunkel-Electro von „Skin Machine“ geht es danach gleich mal so weiter.

Später gastiert dann noch Andrew Innes von Primal Scream, und mit Stücken wie „R.I.S.E.“ und „A-Train“ gibt man bis zum Ende hin kräftig Gas. Insgesamt kein unbedingt harmonisches Album, aber eines mit Biss und deutlich mehr Highlights als erwartet. Die Londoner sind in der richtigen Richtung unterwegs, weiter so!

(Addison)


„autoKratz – Self Help For Beginners“ bestellen bei:

bestellen bei amazon

www.autokratz.com
www.facebook.com/autokratz

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

Zur Startseite

1
Kommentar

  1. Andre
    1
    3.8.2011 - 15:47 Uhr

    Ick finds super!!!!!