Wenn Künstler das Modell Album aufgeben, ist das eigentlich ärgerlich und fast ein Grund, sie mit Missachtung zu bestrafen. Wenn eine Band dann aber so viele gute neue Singles aufnimmt und diese nun quasi in Albumform veröffentlicht, ist uns das doch einen Asba…, äh, Artikel wert.

Ash, das war doch diese junge, wilde Band aus Nordirland, die in der zweiten Hälfte der 90er mit zahlreichen Singles die Rockdisco stürmte? Genau die. Mit Hits wie “Girl From Mars”, Shining Light” oder “Burn, Baby, Burn”. Die Best Of “Intergalactic Sonic 7„s” ist wärmstens zu empfehlen. Die Alben des neuen Jahrtausends hingegen waren eher durchwachsen. Frontmann Tim Wheeler verkündete daher vor einer ganzen Weile, nur noch Singles aufnehmen zu wollen.

Man konnte/kann sich nun auf der Bandhomepage registrieren und bekam/bekommt dafür alle zwei Wochen eine neue Single, ein ganzes Jahr lang, inklusive exklusiver B-Seiten und anderer Boni. Die erste Hälfte dieser Singles (plus Bonustracks) gibt es nun dann doch als physisches Produkt versammelt. Und, auch wenn vielleicht nicht alle Songs wirkliche Hitsingles darstellen, Ash sind so gut wie lange nicht.

Die drei Herren (die einzige Dame der Band, Charlotte Hatherley, ist ja seit ein paar Jahren solo unterwegs) haben sich auf ihre Stärken konzentriert. Das sind nun mal keine Innovationen, sondern flotte, extrem eingängige Powersongs, mal softer, mal etwas härter rockend, mal gar richtig poppig und mit Synthesizern verstärkt.

Gleich zu Beginn gibt es das überraschend tanzbare “Return Of White Rabbit”. Das nächste Stück bläst einen zurück in die 80er. Heißt ja auch so – “True Love 1980” ist ein herrlicher Ohrwurm für New Order-Fans. Dem folgt das rockende “Joy Kicks Darkness”, das bestens in die Blütezeit der Band, die späten 90er, gepasst hätte. Und mit “Arcadia” gibt’s einen fetten “Ohoho”-Chormitsinghit hinterher. Weitere feine Songs wie “Space-Shot” (funky Pop mit Elektro-Spielereien) oder “Neon” (melodiös, im Midtempobereich) beweisen, dass hier viel Substanz dahintersteckt.

Die erste Hälfte des Single-Alphabets ist Ash bestens gelungen, mal sehen, was das zweite Halbjahr bringt (wenn man das gerade aktuelle Highlight “Binary” hört und dabei an rockende Pet Shop Boys denken muss, muss man sich da aber keine Sorgen machen).

(Addison)

P.S. Ash live: 18.06. Southside Festival – 19.06. Hof – 20.06. Hurricane Festival – 21.06. Berlin – 24.06. Köln

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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