Naaaaa? Lust zu tanzen? Vielleicht? Oder doch besser nicht? Ich hätte da den ‘Tanzomaten’ im Gepäck… Was das ist? Äusserlich ein schrill leuchtendes, pinkes Digipack mit minimalistischen Illustrierungen. Inhaltlich gibt’s hier das neueste Album aus dem Hause And One samt Bonus CD. Also, tanzen? Nein?! Oha…

“Es gibt Dinge, bei denen die Mittelmäßigkeit unerträglich ist: Dichtkunst, Tonkunst, Malerei und öffentliche Rede.” ( Zitat: Jean de La Bruyère )

Womit wir beim nicht ganz so passablen Thema der plattgewalzten “Tanzomat” Produktion von And One wären.
Nachdem die Vorabsingle “Zerstörer” schon mit seinem plumpen Text und der immer wiederkehrenden And One’schen Monotonie langweilte, geht es auf “Tanzomat” nahtlos weiter mit der musikalischen Stagnation.

Wieso dieser Stillstand? Die ewig gleichen (Glocken-) Sounds? Diese auf “Teufel komm raus du Pop-Hit” Produktionen? Beim Vorgänger “Bodypop” hat man es doch auch geschafft mit eingängigen aber nicht endlos durchgestylten Songs zu überzeugen und den einen oder anderen Clubhit zu landen (z.B. ‘Military Fashion Show’ oder ‘Steine sind Steine’). Liegt es vielleicht an der anstehenden Tournee mit Unheilig? Mag sein, hoffen wollen wir es mal nicht.

Dabei fängt “Tanzomat” gar nicht mal so übel an, wie man jetzt vielleicht vermutet! Mit dem leicht düsteren und dennoch beschwingendem “Save The Hate” ist Steve sogar ein kleiner Ohrwurm gelungen, dem sich mit “Shining Star” der überzeugendste und mit Abstand beste Track des Albums anschließt. Tanzbar und knackig auf den Punkt produziert, kommt hier das erste Mal so richtig der Tanzomat hervor! Ein zweites Mal bekommt der Hörer bei “Seven” das Vergnügen das Tanztier raus zu lassen. Aber das wars dann aber auch schon im Großen und Ganzen.

Songs wie “Only Your Dream“, “Sex Drive“, “And I Love” oder “The Aim Is In Your Head” fristen ihr Dasein in einer inspirationslosen Mittelmäßigkeit, die mal mehr, mal weniger überzeugend ist.

Den musikalischen Supergau gibt es aber mit dem elendigen “Dancing In The Factory“, das nicht einmal durch die ‘Just Can’t Get Enough’ Anleihen gerettet werden kann.
Und wo wir schon bei Depeche Mode sind… ein Wiederhören mit “Satellite” gibt es auf ‘Tanzomat’ ebenfalls. Die Ähnlichkeit der Synthielinie bei “Angel Eyes” ist absolut frappierend, hilft aber auch in diesem Fall nicht über die ‘biedermännischen Attitüde’ dieses Tracks hinweg.

Bleibt uns noch der Blick auf die” Live 2010 – The Specials!” Bonus CD. Eine faire Dreingabe, die zehn Songs von der letztjährigen Tour bereithält, die zusammen eine kleine Werkschau über das bisherige Schaffen der Band abgeben.

Tanzomat” erfüllt nicht im Ansatz die Voraussetzungen ein wegweisendes Werk zu sein oder zu werden. Vielmehr gibt es hier komprimierte Mittelmäßigkeit, die, entgegen der Aussage von Jean de La Bruyère, durchaus hörbar und zeitweise sogar unterhaltsam ist, aber hin und wieder auch ins Unerträgliche abdriftet. Warten wir also auf ein besseres Album.

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www.andone.de

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18 Kommentare zu „And One – "Tanzomat"”

  1. äntru records 9.4.2011 - 11:19 Uhr
    18

    Kann damit leben. Kein schlechtes Album, wenn man bedenkt, daß schon immer die Fun-EBM-Komponente eine Rolle gespielt hat (Evil Boys etc.) War schon flacher alles mit Herrn Naghavi. Die Anleihen kann man verzeihen, wenn die Originale gut sind, und wer will das bei DM und F’242 im Ernst bestreiten. Ich werde sie sehn im Herbst – mannomann, mit den old-school Legenden D/V und CAMOU! – und einen tollen Artikel drüber schreiben. Haltet Euch wacker: Oncle Äntru

  2. zaehlwerk 9.4.2011 - 3:44 Uhr
    17

    Ich finds auch sehr gut.
    Ein oder zwei Songs sind auch nicht so das ich die 5 mal hintereinander hören muss. Aber gerade die langsameren Songs wie Only Your Dreams, Aim is in your head oder Playing Dead sind ablolute Oberklasse. So wie ich AO mag. Die “Anleihen” zu anderen Bands betrachte ich mal als Steve´s Liebe zu Depeche Mode und ähm Front242. Seien die kleinen Diebstähle verziehen. Der Tanzomat rotiert bei mir jedenfalls ziemlich oft im Moment und ick freu mir schon uff August und November. Is mir übrigens total Latte ob se bei Unheilig Support machen. Zeromancer übrigens auch (und Livingston).
    Und Wuhlheide Berlin is mal sowieso geil…

    Bis dann… Enjoy!

  3. Andy 8.4.2011 - 11:33 Uhr
    16

    Schade,war schon mehr zu hören.Aber vielleicht muss man manchmal einen Schritt zurückgehen um wieder nach vorn zu kommen.Zumindest klingt das Album so,Andy

  4. N.S. 5.4.2011 - 19:06 Uhr
    15

    Also ich mag Tanzomat sehr gerne, bis auf 2 Titel die ich dann doch seltener höre. Und zwar Angel Eyes und And I Love…. Aber ansonsten rattert die Scheibe den ganzen Tag und ich habe auch kein schlechtes Gewissen deshalb.
    Das mit unheilig gefällt mir auch absolut gar nicht und das will schon was heißen.. Denn schließlich gefällt mir ja sonst ALLES was Steve sagt, schreibt und macht ;-)

  5. Stefan 5.4.2011 - 1:56 Uhr
    14

    ja mit der rezi und einigen einträgen wurde leider genau meine meinung wieder gegeben. auch bei mir kommen nur die genannten drei songs (save the hate, shining star, seven) so richtig zur wirkung. der rest sind leider skipkandidaten.
    ich denke, dass passt alles zusammen. ein mittelmäßiges album, keine geduldete kritik, schließung forum, löschen negativer beiträge im exciter usw. mister naghavi will hier auf macht auf superstar machen und vergisst dabei das grundlegende, die musik mit der man fans bindet bzw. alte fans pflegt. schade! und wie geht es weiter? die webseite zeigt es ja schon, mit macht der neue graf werden wobei der graf nie mittelmäßige alben produziert hat und auch keine foren kontrollierte. ich kann mich sogar an forenbeiträge erinnern, wo er sich entschuldigte und den fans verbesserungen versprach. naja wir werden sehen wo es hinführt. ich auf jeden fall warte ab und beobachte meine (noch) lieblingsband genau.

  6. Bismarck 4.4.2011 - 10:28 Uhr
    13

    tolle Scheibe , gute Scheibe thanks AND ONE

  7. ronaldy 3.4.2011 - 19:01 Uhr
    12

    also mein ding ist es nicht, das ich mir ein album schönhören muß, bzw soll.
    desweiteren rechtfertigen 2 songs den kauf eines albums keinesfalls, denn die 2 besagten sind nun ebenfalls nicht der brüller.
    and one einheitsbrei der schlechteren sorte würde ich sagen.
    klar werden schon immer die gleichen sounds verwendet, aber bisher wurde es wenigstens geschafft sie ordentlich zu verpacken.
    hier ging es definitiv schief und offensichtlicher hat er sich auch noch nicht bei anderen bedient.
    eines muß man dem steve zugute halten, es gibt meiner meinung nach niemanden der vom sound her sauberer klingt als and one, das fand ich schon immer geil.

  8. la_steffi 3.4.2011 - 14:46 Uhr
    11

    Ist eigentlich schon jemandem aufgefallen, dass zumindest der Anfang von “Shining star” gewaltig bei “But not tonight” Anleihen genommen hat? Das ist derart auffällig, dass es mich mittlerweile enorm stört. Ich glaube, Steve Naghavi hat während der CD-Produktion ein bißchen viel DM gehört :-)

  9. Dwarf 3.4.2011 - 11:59 Uhr
    10

    Ich muss leider depechemode.de Recht geben. Das Album I.S.T wirklich nur unteres Mittelmaß geworden. 3-4 gute Songs rechtfertigen kein ganzes “Tanzomat” (ich dachte das kommt von Tanzen – kann man aber leider kaum) getauftes Album. So viel und offen abgekupfert wie hier hat Steve ja sonst noch nie -auch wenn mich “Electrocution” stark an meine frühe Front242 Zeit erinnert. Und dann jetzt noch der Supergau mit Unheilig…
    Das andere Problem ist, daß Steve in letzter Zeit komplett zu macht, wenn man Kritik äussert – da wird man bei FB z.B. mal schnell “abgeschaltet” und alle kritischen Beiträge verschwinden.
    (Achso – ich höre And One seit Metallhammer und bin immer noch Fan; auch wenn`s sich vielleicht nicht so anhört…)

  10. Mr.Uni 2.4.2011 - 23:47 Uhr
    9

    Beim 1.Durchgang dachte ich an einen Flop. Jetzt beim 10.Durchgang sage ich; Hammer Album!!

  11. headcrash 2.4.2011 - 8:38 Uhr
    8

    DAS ALBUM IST DER HAMMER !
    SCHÖN LAUT UND ÖFTERS HÖREN !
    VON POPPIG BIS DÜSTER ALLES DABEI !
    GENIAL !!!!!

  12. Gerald 1.4.2011 - 23:13 Uhr
    7

    Alles was die bisherigen geschrieben haben stimmt auch irgendwo. Allerdings ist die Wahrheit in der mitte und das Tanzomat Album hat auch was. Die ersten beiden Songs Save the hat und shining star sind so gut das ich mich nicht im geringsten an wirklich bessere And One Songs erinnern könnte. Allein diese zwei Lieder gerechtfertigen schon alleine den Kauf. Allerdings jetzt kommt schon ein bisschen das Problem das nach Song 3 und 4 eigentlich nichts mehr kommt und das ist AND ONE unwürdig. Ich habe ein bisschen das Gefühl hier muste aus Vertragsgründen ein Album herausgebracht werden um dann die Plattenfirma zu wechseln. Wetten Her Naghavi?!!!

  13. Lotagem 1.4.2011 - 21:32 Uhr
    6

    Auch ich höre And One schon seit den Kindertagen aber der Tanzomat bleibt für mich im Laden stehen. Seid Jahren schon klingt bei Steve und Co alles gleich. Vieleicht hätte man nicht nur in regelmäßigen Abständen die Mitglieder sondern einfach mal die Instrumente erneuern sollen. Auch Live sind And One nur noch ein Schatten ihrer selbst. Wo sind die Konzerte wo man sich mit dem Publikum unterhalten hat? Wo man 20 min lang Spass hatte ohne eine eizige Note zu spielen. Ach und Steve: Vieleicht ist es ja so, das Hochmut vor dem Fall kommt.

  14. J. 1.4.2011 - 19:47 Uhr
    5

    Also ich kann mich der Kritik von depechemode.de nur anschließen. Höre And One seit der “Flop!”.
    Muss sagen, bei der Tanzomat bleibt nichts bei mir hängen. Gleiche Sounds wie bei Bodypop und die hat mich nun wirklich nicht umgehauen. Wenn ich ehrlich bin vermisse ich das Düstere von den ersten LPs. Manches hört sich schon fast wie moderner Schlager an. Mein Ding ist es nicht!
    Auch kann ich meinen Vorrednern nur recht geben. Zuerst sammelt man die ganzen Jahre schlechte Bootlegs und dann wird man mit einer DVD erschlagen, wo einfach zuviele Songs doppelt und dreifach drauf sind. Schnell hat man es einfach satt und macht freiwillig aus.
    Was ich auch nicht verstehe ist, dass die Alben immer mehr durch den Weichspülgang gezogen werden und letztes Jahr in Leipzig Steve einen auf Old School EBMer macht.
    Naja zumindest kamen mal wieder Klassiker wie Anguish, Second Front und Over There!

    Unterm Strich denke ich, dass Steve die breite Masse erreichen möchte.

    Ich PERSÖNLICH bin enttäuscht!

  15. DM242 1.4.2011 - 15:02 Uhr
    4

    Sei noch kurz erwähnt: Die Gesangparts von “Electrocution” sind abgekupfert von “Slaughter” (Front 242 “Official Version”) und Sounds aus dem Mittelteil sind von “Masterhit” (gleiche Band, gleiches Album).
    Auch das ein oder andere findet man woanders wieder. Aber das war mehr oder weniger direkt schon immer so. Diesmal ist es etwas direkter…

  16. Insomnia 1.4.2011 - 12:53 Uhr
    3

    Hallo Leute,
    vorab: ich hab Tanzomat noch nicht gehört, nur die Maxi-CD. Wenn ich mir das Cover anschaue, hab ich auch keine Lust da reinzuhören. (Ich finde ein gutes Artwork wichtig!) Die Songs plätschern so vor sich hin. Klangtechnisch passt da fast alles auf die Bodypop. Ich höre schon viele Jahre And One. Aber eine wirkliche Weiterentwicklung sehe ich nicht. Da wird einem 4 Jahre lang Bodypop verkauft (was ein geiles Album ist, keine Frage!). In 20 Jahren wir ein Livetrack veröffentlicht. Dann kommt eine Doppel-DVD, wo man nicht weiß, von welchem Konzert die Tracks sind und wo auch eine klare Struktur fehlt. Jetzt wieder als Bonus eine Live-CD. Herr Naghavi hat wohl mitbekommen, dass das eine einfache Sache ist. Die Konzerte bewegen mich auch nicht mehr. Ruiz und van Oli tun so, als ob sie Live spielen würden und Naghavi war auch schon mal besser (ich denke da nur an Dark Storm 2010 – war ein konzi zum abgewöhnen). So, ich hör jetzt auf. Hab schon wieder Puls!

  17. NoWi 1.4.2011 - 12:23 Uhr
    2

    Sehe das auch so (@Matthew), insbesondere den letzten Absatz.

  18. Matthew 1.4.2011 - 8:19 Uhr
    1

    Hm, bin etwas verwundert über diese Kritik. Diese scheint mir sehr subjektiv – aus Sicht des Schreibers – ausgefallen zu sein.
    Aber eine Meinung zu diesem Album muss sich am Ende jeder selber machen. Ja, auch ich fand Bodypop besser. Das Niveau der einzelnen Songs kann nicht über die komplette Dauer der CD gehalten werden. Ich weiß auch gar nicht, was an der Produktion von And One als Monotonie langweilt. Wenn ich mich richtig erinnere, haben And One immer dazu gestanden so zu klingen, wie sie klingen – nach And One. Nicht mehr und nicht weniger.
    Ja, ich überspringe auch dieses “Dancing in the Factory”, aber einen direkten Vergleich zu Depeche Mode finde ich bei diesem Stück nicht (wenn dann eher YAZOO).
    Um es kurz zu machen. Sicher nicht der Überflieger im Schaffen von And One, aber Songs wie “Save The Hate”, “The Aim Is Your Heard”, “Electrocution”, “Sex Drive” oder auch “Playing Dead” sind absolut hörenswert und immer noch so, wie ich mir And One vorstelle und gerne anhöre. Diese Songs sind z.B. auch besser als das Meiste, was von vielen anderen Bands aus diesem Genre aktuell angboten wird.