8-Bit Operators - The Music of Kraftwerk Wer erinnert sich nicht noch an die charmanten Frühzeiten der Spielkonsolen? Atari, C64, Amiga? Wem die frühen Sounds dieser Geräte (ich sage nur: Mario Bros., Giana Sisters, Space Invaders…) ein wohliges Kribbeln bescheren, und wer sich zusätzlich noch für die Computerpioniere Kraftwerk interessiert, für den dürfte dieses Werk eine wahre Freude sein.

Es handelt sich um ein Cover-/Tributalbum an die deutschen Electro-Urväter, über Jahre von diversen Künstlern aus den USA, Großbritannien, Schweden, Deutschland, Schweiz, Österreich und sogar Argentinien zusammengebastelt. Dabei waren, wie es heißt, einige der bekanntesten Mixer der sogenannten Chipmusic- oder Micromusic-Szene am Werk. Ausschließlich alte Spielkonsolen bzw. 8-Bit-Gerätschaften (daher ja auch der Projektname) wurden verwendet. Und das hört man. Wer sich also nur für den Fortschritt oder moderne elektronische Musik begeistert, hat hier wenig Chancen, fündig zu werden. Das ist eher wie in einem kleinen, feinen Museum. Überall gibt es Aha-Effekte („Den Sound hab‘ ich doch schon mal gehört, so ca. 1984…“). Dabei bleiben die Grundgerüste der Songs weitgehend erhalten, für die Vocals wurden mal verfremdete Originaltonspuren benutzt, dann des öfteren Vocoder oder auch andere Verzerrer. Hier gibt es sicher auch die eine oder andere Schwachstelle, aber der Schwerpunkt lag eindeutig auf den Klängen.

Highlights: Die New Yorker Glomag mit dem Pocket Calculator, der einen ganz neuen Reiz entwickelt. Der Stockholmer Johan Kotlinski, dessen Projekt Role Model die Showroom Dummies Richtung Ladytron schiebt. Der Londoner David E. Sugar bringt etwas klassisches Songwriting ein und Radioactivity in die Disco. Der firestARTer aus Wuppertal erschafft für die Computerwelt eine angenehm schwebende Atmosphäre. Jeremy Kolosine und die Receptors bringen den Trans-Europe-Express in die Spur (H0? N?). Bei Bit Shifters Antenna staunt man, dass der stampfende Electro im Stile von T.Raumschmiere bereits New York erreicht hat. Und zum Schluss macht der Londoner gwEm mit Hilfe des Rappers Counter Reset aus der Man Machine einen Live-Rave.

Fazit: Charmante Oldschool-Platte für Freunde von Kraftwerk, 80er-Konsolen oder der Geschichte der elektronischen Musik.

www.8bitoperators.com

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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Kommentare

  1. Markus
    2
    22.6.2009 - 0:32 Uhr

    Ist der IMac ne Spielekonsole? Nein? Sind Amiga, Atari, C64 auch nicht!

  2. MR.EMULATOR
    1
    17.2.2007 - 19:13 Uhr

    das ist ein gepiepe und gedudel vom feinsten!!
    aber nur was für freunde reiner elektronischer musik!!
    tolle idee